burg-neuhaus

Die Geschichte von Burg Neuhaus

Heinrich von Hohenlohe, ein Neffe Alberts, der sich am 5. Kreuzzug beteiligte, trat nach den siegreichen Kämpfen in Ägypten dem Deutschen-Ritterorden bei und stiftete 1219 in Mergentheim eine Deutsch-Ordens-Commende. Heinrich von Hohenlohe wurde bald Deutsch- und Hochmeister mit Sitz in Mergentheim. In einer Urkunde vom Jahre 1282 finden wir Neuhaus noch im Besitz des Grafen Gottfried zu Hohenlohe-Brauneck. Im Jahre 1300 kam Neuhaus als Lehen an das Bistum Würzburg. Seit 1411 bzw. 1434 bildete das Burgschloss mit den umliegenden Dörfern das “Deutschordensamt Neuhaus”. Im Laufe der folgenden Jahrzehnte wurde Schloss Neuhaus erweitert und stark befestigt.

 

Im Bauernaufstand (1525) wurde die Burg von Aufständischen erobert, geplündert und zerstört. Nach der Niederwerfung der blutigen Bauernaufstände ließ der Hoch- und Deutschmeister Walter von Cronberg das Schloss wieder aufbauen und im Inneren der Burg einen Brunnen graben (ursprünglich 120 m tief). 1551 war der Wiederaufbau beendet, aber bereits im Jahre danach, am 8. Juli 1552, stürmte das vereinigte Heer des Kurfürsten von Sachsen und des Markgrafen von Brandenburg nach mehrtägiger Belagerung die Burgfeste und setzte sie in Brand. Der damalige Hoch- und Deutschmeister Wolfgang Schutzbar (genannt Milchling) ließ die Burg wieder völlig neu aufbauen. Aus einem Inventarverzeichnis von 1573 geht hervor, dass sich zu jener Zeit reiche Schätze auf der Burg befunden haben müssen. Im 30-jährigen Krieg (1618-1648) kamen nicht nur die kaiserlichen Truppen unter Wallenstein, sondern auch die Heerscharen des Schwedenkönigs Gustav Adolf in die Taubergegend. Im Winter 1631 wurde die Burg durch die Schweden, unter Oberst Sperreuter, besetzt. Dieser erhielt vom Schwedenkönig Gustav Adolf Schloss und Amt Neuhaus als Lehen zugewiesen. Erst nach der für die Schweden verlorenen Schlacht bei Nördlingen (1634) konnte Neuhaus wieder durch die kaiserlichen Truppen unter General Piccolomini entsetzt und den Deutschordensrittern zurückgegeben werden.

 

Nach dem Sieg der Bayern über Turenne in der Schlacht bei Herbsthausen (5.5.1645) hielten die Kaiserlichen wieder Einzug in die Burg. Das Jahr 1648 brachte endlich den ersehnten Frieden und damit die Rückkehr der Ordensritter nach Neuhaus. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, als die fränkisch-hohenlohischen Truppen unter Prinz Eugen gegen die Türken kämpften, überzogen die Franzosen die Gegend mit Krieg. Im Jahre 1672 führte Turenne seine Armee ins Taubertal und stellte Vorposten bei Igersheim und Markelsheim aus mit der Absicht, Neuhaus zu erstürmen; bei der Annäherung der Österreicher ließ er von diesem Vorhaben jedoch ab. 1704 wurde die Burg zum letzten mal in wehrhaften Zustand versetzt.

Infolge der fortschreitenden Kriegskunst hat der Orden schließlich darauf verzichtet, die Befestigungsanlage zu erhalten. Die Burg diente fortan nur noch als Wohnsitz des Amtmanns und zur Aufbewahrung der Ordensschätze. Ende des 18. Jahrhunderts (1792) wurde mit Abbrucharbeiten begonnen. Als nach dem Wiener Frieden 1809 der Orden aufgelöst wurde, fielen sämtliche Besitzungen - und damit auch Neuhaus an die württembergische Krone; seither ist Neuhaus Staatsdomäne.

 

Vom heutigen Pächter werden die Wirtschaftsgebäude hauptsächlich zur Pferdezucht genutzt. Von der alten Burg steht noch eine malerische Ruine mit dem Bergfried. Die alten Stallungen wurden vom Land Baden-Württemberg mit erheblichem Aufwand z. T. wieder restauriert.

Das Gebiet um die Burg Neuhaus herum ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen, in dem das flächenhafte Naturschutzdenkmal "Wacholderheide" liegt.

Ein Besuch der Burgruine lohnt sich für jeden geschichtlich Interessierten. Dank des großen ehrenamtlichen Engagements des Vereins "Sport, Pferde und Kultur" auf Burg Neuhaus (http://www.s-p-u-k.de) ist Burg Neuhaus seit Jahren begehrtes Ziel von Mittelalterfans beim großen "Spectaculum et Gaudium" mit Mittelaltermarkt und Ritterturnier im Juni sowie beim Burg-Neuhaus Open-Air mit außergewöhnlichen Musikgruppen im Juli. Aus der ehemaligen Deutschordensburg wurde also ein weithin sichtbares und aktives Zentrum für Pferdeliebhaber und Kulturbegeisterte. Beim Aufstieg zur Burg Neuhaus wird man noch mit einem herrlichen Blick über das mittlere Taubertal entlohnt.